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psychotherapie

Was ist Psychotherapie?
„Psychotherapie ist ein bewusster und geplanter interaktioneller Prozess zur Beeinflussung von Verhaltensstörungen und Leidenszuständen, die in einem Konsensus (möglichst zwischen Patient, Therapeut und Bezugsgruppe) für behandlungsbedürftig gehalten werden, mit psychologischen Mitteln (durch Kommunikation) meist verbal aber auch averbal, in Richtung auf eine definiertes, nach Möglichkeit gemeinsam ear Techniken auf der Basis einer Theorie des normalen und pathologischen Verhaltens.“
(H. Strotzka (Hrsg.): Psychotherapie, München 1978, 2. Aufl., S.4)

Psychotherapie ist somit die Bezeichnung für unterschiedliche Formen von psychologischen Verfahren, die ohne Verwendung von Medikamenten auf eine Behandlung psychischer oder auch psychosomatischer Erkrankungen, Leiden und Verhaltensstörungen ausgerichtet ist. Das bedeutet, dass Psychotherapie eine auf wissenschaftliche Grundlagen bezogene spezielle Form einer kontrollierten menschlichen Beziehung ist.

„Psychotherapie hat ihren Sinn und Zweck erreicht, wenn es gelingt, einem Menschen zu helfen, sich in seiner Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft besser zu verstehen und so das eigene, individuelle Leben besser, das heißt gesünder, aufgeklärter und selbstverantwortlicher zu gestalten. Den Klienten wird geholfen, ihre Selbsterkenntnis zu fördern. Gemeinsam wird eine für das Leben tragfähige Orientierung erarbeitet. Vorhandene psychotherapeutische Theorien sollen in diesem Arbeitsprozess als Erkenntnishilfen nützlich sein:“
(Thomas Kornbichler, „Wann hilft eine Psychotherapie?“, Kreuz Verlag, 2005, Stuttgart, S.46)

Wann kann eine Psychotherapie nützlich sein?
Beispiele:

  • Ein Mensch fühlt sich krank, aber der Arzt hat nichts „gefunden“.
  • Ein Mensch fühlt sich immer öfter überfordert, müde und erschöpft.
  • Ein Mensch ist oft niedergeschlagen und hat keine richtige Freude mehr am Leben.
  • Ein Mensch hat manchmal Suizidgedanken (er denkt daran, wie es wäre tot zu sein!).
  • Ein Mensch würde gerne bestimmte Dinge tun, aber er hat nicht den Mut dazu, er vermeidet es sie zu tun.
  • Ein Mensch trägt oft belastende Gedanken mit sich herum und glaubt, mit Niemandem darüber sprechen zu können (Schuldgefühle, negative Gefühle, belastende Träume).
  • Ein Mensch bekommt immer wieder Angst und Panik.
  • Ein Mensch hat Angst vor anderen Menschen, er meidet aus Angst Aufzüge, enge Räume, große Versammlungen von Menschen.
  • Ein Mensch hat eine große Angst vor bestimmten Tieren.
  • Ein Mensch hat Schlafprobleme, für die es keine medizinischen bzw. körperlichen Ursachen gibt.
  • Ein Mensch erlebt Krisensituationen, wie z. B. Scheidung, Trennung, Tod, Verlust eines geliebten Menschen, Unfälle, Verlust des Arbeitsplatzes, Kinder verlassen das Elternhaus, Verlust eines Kindes, schwere Krankheiten nahestehender Menschen.
  • Ein Mensch lebt in krisenhaften und belastenden Beziehungen
  • Ein Mensch erlebt, wie er immer mehr in ein süchtiges Verhalten hinein gerät (Alkohol, Drogen, Essen, Spiel etc.)
  • Ein Mensch erlebt Zwänge, die seine Lebensqualität beeinträchtigen (Zwang sich immer wieder zu waschen, fragt sich immer wieder: habe ich die Tür zugesperrt, das Bügeleisen ausgeschaltet etc.).
  • Ein Mensch fühlt sich bei der Erziehung und Betreuung seiner Kinder überfordert.
  • Ein Mensch leidet unter seiner Sexualität bzw. seinen nicht erfüllten Bedürfnissen.
  • Ein Mensch schafft es nicht, die für sein Leben und Wohlergehen notwendigen Entscheidungen zu treffen.

Psychotherapie kann dann helfen, wenn ein Mensch in seiner individuellen Situation aufgrund seines subjektiv empfundenen Leidensgefühls, sich nicht mehr selber zu helfen weiß. Vielleicht sieht er auch momentan keinen Ausweg mehr. Dieses „Leidensgefühl“ kann nur der Betroffene allein empfinden und beurteilen. Er muss seine eigene Entscheidung treffen, sich Hilfe und Unterstützung in einer Psychotherapie zu holen.