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gesprächstherapie

Das grundlegende Menschenbild, welches auch die Gesprächstherapie vertritt, ist die humanistische Auffassung vom Wesen des Menschen. Diese Auffassung unterstreicht die Einzigartigkeit jedes einzelnen Individuums.

Diese Einzigartigkeit ist ein unumgängliches Ergebnis der subjektiven Handlungsweise jedes einzelnen Menschen. Der Mensch ist von Natur aus gut und trägt in sich eine Tendenz zur Selbstverwirklichung, zu Wachstum, Gesundheit und Anpassung. Es müssen letztendlich nur geeignete Bedingungen hergestellt werden, damit der Mensch sich selbst verwirklichen kann.
Therapeuten sollen durch ihr Verhalten bewirken, dass Menschen das in ihnen vorhandene Potential entdecken und eigene Lösungen für sich entwickeln können.

Der Begründer der Gesprächstherapie ist Carl R. Rogers
Carl Rogers weist der Gesprächstherapie die drei Grundprinzipien Akzeptanz, Empathie und Echtheit zu und bezeichnet sie als „Therapeutenvariablen“. Er sieht diese nicht als Technik, sondern eher als eine Grundeinstellung des Therapeuten. Die Einhaltung der drei Variablen soll dazu führen, dass der Klient sich zunehmend selber erforscht und seine eigenen Kräfte aktiviert. Er soll sich immer mehr mit seinen eigenen Gefühlen, Einstellungen und seinem Erleben auseinandersetzen.
Hier die Therapeutenvariablen im Einzelnen:
Akzeptanz bedeutet:
Der Therapeut nimmt den Klienten uneingeschränkt so an, wie dieser empfindet und denkt. Er bleibt urteilsfrei.

Empathie bedeutet:
Es ist das Sich- Einstellen des Therapeuten auf die Emotionen des Klienten, die er für ihn aufgreift und verbalisiert (in Worte und Begriffe fasst), vor allem diejenigen, die dem Klienten noch nicht ganz bewusst sind.

Echtheit bedeutet:
Der Therapeut trägt keine professionelle Maske, er nimmt keine Rolle ein und stellt sich nicht in einer Expertenhaltung dar, sondern er ist mit seinen eigenen Empfindungen präsent d. h. er lässt den Klienten erkennen, dass er seine (dessen) Emotionen wahrnimmt und diese ihm ggf. mitteilt.

„Aufgabe des Therapeuten ist es, seine aufrichtige Überzeugung mitzuteilen, dass der Klient, unbeschadet seiner Einstellungen, Gedanken und seines Verhaltens, ein Individuum von unbedingtem Selbstwert ist“
(Arnold / Eysenck / Meili, 1991, S. 1481).

Der Therapieprozess berücksichtigt in sich hauptsächlich zwei Variablen:

  1. Das Finden neuer Aspekte des eigenen inneren Erlebens (Selbstexploration)
  2. Das Selbsterleben, was das kritische Nachdenken über sich selbst, die innere Entfaltung und eine erweiterte Anwendung mit einschließt.

Die Ergebnisse der Gesprächstherapie sind kein Schluss, sondern der Beginn einer zunehmenden Selbstaktualisierung oder Selbstverwirklichung (nach Carl R. Rogers).